Am Ende sterben wir sowieso, besprochen von Tina Lindner

Rufus und Mateo könnten unterschiedlicher nicht sein.

Rufus ist ein Draufgänger aus einer Pflegefamilie, die trotz Problemen stets zusammenhält. Mateo auf der anderen Seite hat niemanden mehr; die Mutter ist tot, der Vater liegt im Koma, und außerdem traut er sich sowieso kaum zu irgendetwas.

Die beiden haben absolut nichts miteinander gemeinsam und sollten sich eigentlich niemals treffen.

Doch das Schicksal hat einen anderen Plan und beschert den Jugendlichen zumindest eine Gemeinsamkeit: Sie bekommen den Anruf des Todesboten am exakt gleichen Tag. Die Nachricht ist eindeutig. Sie alle beide sollen im Laufe des eben angebrochenen Tages sterben. Wann genau und an was kann man ihnen nicht sagen (das können die Todesboten nie), doch der Tod ist für sie unausweichlich. 

Es ist der Zufall des gleichen Todestages sowie die App "Letzte Freunde", speziell für Todgeweihte wie Rufus und Mateo entworfen, die die beiden zusammenführt. Sie entschließen sich, ihren letzten Tag gemeinsam zu verbringen – denn während Mateo wirklich niemanden in seinem Leben hat, wurde Rufus auf unangenehme Weise von seiner Pflegefamilie getrennt.

"Am Ende sterben wir sowieso" von Adam Silvera ist ein bittersüßes Erlebnis für Leser ab 16 Jahren. Es beschreibt auf wundervolle Weise, wie sich zwei vollkommen Fremde innerhalb nur eines Tages kennenlernen und innerhalb dieser kurzen Zeit ein ganzes Leben miteinander verbringen. Dass Rufus und Mateo wirklich sterben, ist zwar eigentlich von vornherein klar, aber man kann gar nicht anders, als das Unausweichliche phasenweise zu vergessen. Das Buch ist ein atemberaubendes Lesevergnügen, das einem noch lange im Gedächtnis bleibt.

Silvera, Adam
Arctis Verlag
ISBN/EAN: 9783038800194
18,00 € (inkl. MwSt.)