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„Elizabeth Finch“, besprochen von Theodor Lindner

Ein Literaturkritiker der London Times sagte über den neuen Roman von Julian Barnes: „Ich werde mich an Elizabeth Finch erinnern, wenn die meisten anderen Charaktere, die ich dieses Jahr getroffen habe, bereits verblasst sind“, und dem kann ich mich nur anschließen.

Neil, ein gescheiterter Ehemann, Vater und Schauspieler, besucht in der Abenduni einen Kurs mit dem Titel „Kultur und Zivilisation“. Noch interessanter als das eigentliche Thema findet er die anspruchsvolle Professorin Elizabeth Finch, die von Anfang an klarstellt, dass ihre Art zu unterrichten recht speziell und nicht für alle geeignet sei. Es ist ihre Anerkennung, die Neil um alles in der Welt will, selbst nach dem Studium. Die beiden bleiben in Kontakt, nach ihrem Tod erbt er ihre Aufzeichnungen und Bibliothek und versucht noch immer, ganz ohne Anleitung, ihre Anforderungen zu erfüllen. Der Schlüssel dazu scheint der römische Kaiser Julian Apostata zu sein, der im 4. Jahrhundert das Christentum rückgängig machen wollte und für Elizabeth Finch eine besonders wichtige Persönlichkeit war, die sich immer und immer wieder in ihren Unterricht einschlich.

„Elizabeth Finch“ ist schon fast eher Charakterstudie als Roman und doch so viel mehr als das: Ein Ausflug in die Geschichte, wundervoll philosophisch und die wohl faszinierendste Einladung, selbst zu denken, die ich je lesen durfte.

Roman
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783462003277
24,00 €inkl. MwSt.

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Kategorie: Belletristik

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