Die tausend Teile meines Herzens, besprochen von Sonja Körner

Merit wohnt wohl im seltsamsten Haus, in dem je eine Figur aus einem Jugendbuch gelebt hat. Zusammen mit ihrem Bruder, ihrer Schwester, ihrem Vater, dessen neuer Frau, ihrem kleinen Halbbruder und ihrer psychisch kranken Mutter, die ihre Wohnung im Kellergeschoss nie verlässt, wohnt sie in einer Kirche. Obwohl ihr Vater überzeugter Atheist ist. Ihre Bruder beschriftet täglich die Leuchttafel am Eingang mit nicht sehr religiösen Sprüchen, das Licht fällt durch Buntglasfenster und im Wohnzimmer hängt ein zweieinhalb Meter hohes Kruzifix samt Jesus, der jahreszeitlich umdekoriert wird.
 
Eines Tages schwänzt sie die Schule und trifft auf den attraktiven Sagan, von dem sie sich gar nicht ungern nach kürzester Zeit küssen lässt. Das allerdings erweist sich als Riesenfehler, denn er ist so ungefähr genau der, in den sie sich nie verlieben dürfte. Aber nicht nur mit der Liebe ist es schwierig, auch ihre Familie hält sie ganz schön auf Trab und irgendwie ist Merit alles zu viel. Ihr ganzes Leben fühlt sich schwer an und lieben kann sie nicht einmal sich selbst.
 
Was sich jetzt sehr düster anhört, ist natürlich trotzdem eine knisternde Colleen Hoover Geschichte, die diesmal allerdings eine Thematik aufgreift, die unbedingt auch einmal in ein Jugendbuch gehört hat.
Hoover, Colleen
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783423740418
14,95 € (inkl. MwSt.)