"Frankly in Love", besprochen von Tina Lindner

Frank liebt Joy, Joy liebt Frank.

Na ja. Jedenfalls behaupten die beiden das ihren Eltern gegenüber, denn die Sache ist die: Die Eltern von Frank und Joy sind ein wenig... speziell. Schon vor Jahren sind sie aus Korea in die USA ausgewandert, um dort die Selbstständigkeit zu genießen und ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Und das funktioniert generell auch ganz gut. Franks Eltern gehört ein kleines Lebensmittelgeschäft, und Frank selbst spricht fließend amerikanisches Englisch, schreibt gute Noten und kann, sobald er auch das letzte Jahr an der High School überstanden hat, an einer recht guten Uni studieren.

Klingt gut? Absolut. Nur leider sind Franks Eltern (und auch die von Joy) möglicherweise ein klitzekleines bisschen rassistisch, was so viel bedeutet wie: Romantische Partner der Kinder sollen gefälligst auch koreanische Wurzeln haben!

Nur ist Frank seit neuestem mit einem Mädchen zusammen, das ganz eindeutig nichts als weiß sein kann, und auch Joy hat ihre Liebe in einem chinesischen Jungen gefunden. Und weil die Eltern nichts davon wissen dürfen, behaupten Frank und Joy eben, dass sie zusammen sind. Das kann doch nicht schiefgehen, oder?

"Frankly in Love" ist ein wundervoller Roman, der es schafft, perfekt die Balance aus Fake-Dating-Klischée und Humor zu halten. Spielerisch und ohne dabei den Zeigefinger zu erheben steht natürlich auch das Thema Rassismus im Vordergrund und gerade, wenn man selbst das Privileg hat, weiß zu sein, wird man auf sanfte Weise sensibilisiert. Ein superschöner Roman für Jugendliche ab 16 Jahren!

Yoon, David
cbj
ISBN/EAN: 9783570165751
19,00 € (inkl. MwSt.)