Tankstellenchips, besprochen von Sonja Körner

Shayan ist 18, kommt aus dem Iran, und hat einen Mann erschossen. Das glaubt zumindest die Polizei. Da auch noch ein Abschiebebescheid in seinem Spind liegt, rennt er weg und befindet sich kurz darauf auf einer schrägen Reise quer durch Deutschland und muss sich auch noch um den kleinen Davy kümmern, der aus dem Kinderheim abgehauen ist.
Shayan, der sich Sean nennt, wäre eigentlich viel lieber der coole Held seiner eigenen Geschichte, aber auch aufgrund seiner schlechten Deutschkenntnisse stolpert er zwischen Kuhherden und Erdbeerfeldern durch die deutsche Provinz und lernt das Land zwischen der mecklenburgischen Küste und Bayern besser kennen, als er es jemals wollte.
Die beiden treffen immer wieder auf Menschen, die ihnen helfen und Mitfahrgelegenheiten bieten sich nicht nur in der Bahn oder auf dem Moped, sondern auch im Heißluftballon.
 
Es ist sehr lustig und auch Augen öffnend, unser Land durch die Augen eines iranischen Flüchtlings zu sehen, dem Vieles auffällt, das wir gar nicht wahrnehmen. Anfangs musste ich mich etwas an die Sprache von Shayan und Davy gewöhnen, da auch Davy nie gelernt hat, richtig zu sprechen, aber die zwei waren mir gleich sympathisch und ich bin sehr gerne  mit ihnen durch Deutschland gereist. Dieses Buch ist keine dramatische Flüchtlingsgeschichte, sondern eher eine skurriler Road-Trip und eine wunderbare Freundschaftsgeschichte zweier ungleicher Helden.
Michaelis, Antonia
Verlag Friedrich Oetinger GmbH
ISBN/EAN: 9783789109188
18,00 € (inkl. MwSt.)