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Buchtipps - Sachbuch

Es gibt Tage, an den fühlt man sich traurig oder man hat Angst vor einer Prüfung. Aber was, wenn diese Gefühle gar nicht mehr verschwinden und Tag für Tag wie eine dunkle Wolke über einem hängen? Warum gehen wir eigentlich gleich zum Arzt, wenn wir uns verletzt haben oder erkältet sind, aber nicht, wenn wir ahnen, dass diese dunkle Wolke nicht von alleine verschwindet? In diesem Buch erzählen viele bekannte Menschen von ihren Erfahrungen mit psychischen Problemen, und warum es sich lohnt, darüber zu reden und sich helfen zu lassen. Denn es ist okay not to be okay.

Thomas Böhm moderiert meinen Bücher-Lieblingspodcast “Die Literaturagenten” auf Radio Eins und deshalb kann ein Buch, das er herausgibt, mir nur gefallen. Der Untertitel “Die Wunderkammer des Reisens in Deutschland” beschreibt dann auch schon, was man in diesem Sammelsurium so alles findet: Texte, Listen, Karten, Gedichte, historische Reiseberichte und noch Vieles mehr.

Eins der wohl wichtigsten Sachbücher des 21. Jahrhunderts! Emilia Roig deckt die Muster der Unterdrückung auf und beschreibt gnadenlos, wie und warum marginalisierte Gruppen unter ihr leiden. Zwar liegt ihr Fokus vor allem auf Rassismus und Sexismus, doch auch Homo- und Transfeindlichkeit sowie Ableismus rücken in den Vordergrund. Denn: Intersektionalität existiert und es ist schier unmöglich, differenziert und detailliert über eine Art der Diskriminierung zu sprechen, ohne den Bogen zu ihren “Geschwistern” zu spannen.

Wer kennt ihn nicht? John Cranko! Kaum jemand hat das Ballett in Stuttgart so geprägt wie er. Der junge Choreograph, der 1960 aus London in die „schwäbische Provinz“ für ein Gastspiel kommt. Um dann freiwillig zu bleiben! Mit ihm beginnt der märchenhafte und dramatische Aufstieg des Stuttgarter Balletts zu einer der führenden Compagnien der Welt. Dieses Buch liest sich wie ein Roman, ein Krimi, eine Liebesgeschichte. Wir treffen Bekannte wie Marcia Haydee, Egon Madsen und Birgit Keil, die bestätigen, dass es so war, genau so...

Bis zu ihrer Amtseinsetzung am 20. Januar als erste weibliche Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten war es für Kamala Harris ein weiter Weg. Dan Morain verfolgt diesen Aufstieg seit Jahren und nun ist seine Biografie der Juristin und Politikerin mit indisch-jamaikanischen Wurzeln auf Deutsch erschienen. Ein interessanter Einblick in das Leben der Frau, die die Politik der USA in den nächsten Jahren maßgeblich mitgestalten wird.

Es lohnt sich ja schon, sich dieses Buch nur wegen seines Titels und der farbenfrohen Illustrationen von Kat Menschik zu kaufen, aber man kann es auch durchaus gewinnbringend lesen und erfährt viel über „Silberfischchen im Badezimmer, feenhafte Glühwürmer, geschmähte Möpse, solidarische Stare oder morbide Enten“. Mark Bennecke ist nicht nur Kriminalbiologe sondern auch Vorsitzender der Deutschen Dracula-Gesellschaft und Kat Menschik lauscht gerne seinen Tierbetrachtungen im Radio und hat auch schon Romeo und Julia und Moabit von Volker Kutscher wundervoll illustriert.

Der niederländische Publizist Geert Mak reiste 1999 mit dem Zug quer durch Europa und blickte zurück auf das 20. Jahrhundert. Entstanden ist dabei sein Buch “In Europa“, in dem er hoffnungsvoll in die Zukunft der EU schaute. Doch was ist seitdem aus dem Traum von Frieden, Freiheit und Wohlstand geworden? Wohin steuert Europa?

Schriftsteller leben gefährlich! Viele von ihnen sterben an Krankheiten wie Krebs (Heiner Müller) oder Aids (Hervé Guibert), andere ereilt an Unglücksfall (Percy Bysshe Shelley). Einige richten sich mit Alkohol oder Drogen zugrunde (Klaus Mann, Joseph Roth) und manch einer setzt seinem Leben selbst ein Ende (Sylvia Plath). Doch ab und an bleiben auch noch fragen offen: War Tennessee Williams' Tod nun ein Unfall oder Suizid? Was genau passierte mit dem Flug, den Antoine de Saint-Exupéry lenkte? Und wo sind eigentlich Schillers Gebeine?

“Therapie ist wie Pornografie”, schreibt die Psychologin Lori Gottlieb. „Beides setzt eine gewisse Art von Nacktheit voraus. Beides kann großen Nervenkitzel auslösen. Und beides wird von Millionen Menschen in Anspruch genommen, die meisten behalten es jedoch lieber für sich.”

Unsere Welt steht an einem Kipp-Punkt, und wir spüren es. Einerseits geht es uns so gut wie nie, andererseits zeigen sich Verwerfungen, Zerstörung und Krise, wohin wir sehen. Ob Umwelt oder Gesellschaft – scheinbar gleichzeitig sind unsere Systeme unter Stress geraten. Wir ahnen: So wie es ist, wird und kann es nicht bleiben. Wie finden wir zu einer Lebensweise, die das Wohlergehen des Planeten mit dem der Menschheit versöhnt? Wo liegt der Weg zwischen Verbotsregime und Schuldfragen auf der einen und Wachstumswahn und Technikversprechen auf der anderen Seite?

Tipp der Woche

 
Es kann nur eine geben

Es kann nur eine geben

von Kebekus, Carolin/Tripke, Mariella

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