“Bad Regina”, besprochen von Sonja Körner
Bad Regina, das mehr als nur ein bisschen an Bad Gastein erinnert, hat eindeutig schon viel bessere Tage gesehen: das einstmals mondäne Hotel, das Sanatorium und die Gebäude des österreichischen Bergdorfes verlottern und verfallen zusehends und eine Immobilie nach der anderen wird von „dem Chinesen“ aufgekauft. Die Einwohnerschaft verlässt schon lange das sinkende Schiff. Als Cheng auch noch dem ansässigen Adel ein Angebot macht, reicht es Othmar und er plant den Aufstand. Der ehemalige Clubbesitzer, der sich mittlerweile sozusagen hauptberuflich um einen DJ im Rollstuhl kümmert (an dessen Zustand er nicht ganz unschuldig ist), will seine Heimat retten und macht sich unter den verbliebenen Bewohnern auf die Suche nach Mitstreitern.
David Schalkos neuestes Buch ist bitterböse und schon nach wenigen Seiten kommt man aus diesem maroden Ort nicht mehr heraus. Zu skurril sind die Personen und natürlich haben fast alle ein Geheimnis oder mindestens eine Leiche im Keller.
Bad Regina macht großen Spaß, weil viele Sätze so kalt und spitz wie Eiszapfen sind. Nur die Warnung des Verlages auf der ersten Seite sollte man ernst nehmen:
„Wir weisen darauf hin, dass einige Figuren des Romans rassistische Sprache verwenden.“
Trotzdem. Lesen! Unbedingt.



