„Als Großmutter im Regen tanzte“, besprochen von Birgit Närger
Wenn es regnet, geht die Großmutter in den Garten und tanzt. Tanzt das Schweigen über die Vergangenheit und den Kummer weg, im Garten, bei Regen...
Und dann stirbt sie, hinterlässt der Enkelin und Ich-Erzählerin das kleine Haus auf der Norwegischen Insel und viele, viele Fragen über ihre Mutter und ihre Großmutter. Denn geredet hat man in der Familie nicht, Fragen wurden nicht geduldet und so macht sich Juni alleine auf die Suche nach der Vergangenheit. Juni findet ein Bild, das die Norwegerin Tekla als junge Frau mit einem deutschen Soldaten zeigt. Wer ist das? Tekla war bis an ihr Lebensende mit ihrem Großvater Konrad, einem Norweger, verheiratet.
Und so setzt Juni ein Puzzleteil nach dem anderen zusammen, über das Schicksal ihrer Großmutter, ihrer Mutter Lilla und über ihre eigene Geschichte. Die Suche nach der Wahrheit führt Juni nach Berlin und in den kleinen Ort Demmin im Osten Deutschlands, der nach der Kapitulation von der russischen Armee überrannt wurde. Lustig ist dieses Buch nicht. Aber unglaublich bewegend, fesselnd, schön und klug erzählt und meine absolute Leseempfehlung.



