„Auf See“, besprochen von Birgit Närger

Dieses Buch hat es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. Und wenn es nach mir gegangen wäre, hätte dieses Buch auch gerne den Deutschen Buchpreis bekommen können.

Theresia Enzensberger hat eine Art dystopischen Roman geschrieben. Eine junge Frau, Yada, lebt auf einer Insel auf der Ostsee. Ihr Vater, ein Tech-Unternehmer, hat die Seestadt als Rettung vor dem Chaos entworfen, in dem die übrige Welt versinkt. Doch auch die einst so utopische Seestadt verkommt. Yada lebt dort fast isoliert, kaum mit Gleichaltrigen und erhält Privatunterricht. Sie fragt sich, an welcher seltsamen Krankheit ihre Mutter litt, bevor diese starb.

Soviel erfahren wir gleich zu Anfang. Theresia Enzensberger erzählt die Handlung auf drei Erzählebenen. Viel mehr zu verraten würde dem klug, packend und visionär erzählten Roman schaden. Die Geschichte ist so kunstvoll aufgebaut, dass man die Puzzleteilchen selber zusammensetzen muss.

Yada macht nach und nach auf der Seestatt Entdeckungen, die sie an ihrem Vater und dessen Visionen zweifeln lassen. Muss Yada wirklich vor der Welt draußen geschützt werden – oder dient die Utopie vom Inselstaat nur als Vorwand?


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