„Ich, Sperling“, besprochen von Nikolaus Närger
Ein namenloser Waisenjunge wächst in einem Bordell im Carthago Nova in Südspanien im 4. Jahrhunderts n.Chr. Auf. Es ist eine grausame Welt, in der er sich durchschlagen muss. Seine Ziehmutter ist eine Prostituierte. Sie erklärt ihm die kleine Welt aus Taverne und Stundenhaus, wo sie mit vier anderen Sklavinnen den Männern zuwillen sein muss. Er ist aus Versehen hierher geraten, da der Herr des Hauses ihn - statt auf dem Sklavenmarkt - von einem Schiffskapitän kaufte und übersah, dass er zum Schnäppchenpreis eben auch kein Mädchen erwarb.
Der Junge ahnt nicht, dass er eines Tages selbst ins Obergeschoss geführt werden wird, wo die Frauen ihre kargen Pritschen haben. Eine düstere Prophezeiung wurde ihm bereits als Kind ins Ohr geflüstert: „Du wirst nie erfahren, woher du kommst. Du wirst deine Mutter nie kennenlernen. Dein Leben wird kurz sein und schwer. Und je eher du das akzeptierst, desto besser wird es dir ergehen.“



