„Lektionen“, besprochen von Theodor Lindner

Roland Baines ist elf Jahre alt, als er in den 50er Jahren im Internat zum ersten Mal seiner neuen Klavierlehrerin Miriam Cornell begegnet. Noch weiß er nicht, auf welche Weise sie sein Leben für immer verändern wird. 28 Jahre später ist ein ein junger Vater, als seine Frau Alissa ihn und das vier Monate alte Baby über Nacht und ohne Erklärung verlässt. Während sich die Welt wegen Politik und Katastrophen sorgt, sucht Roland nach Antworten – zu seiner Herkunft, der Zeit im Internat und den Gründen für Alissas Verschwinden.

„Lektionen“ ist Ian McEwans neuester Roman und stellt Fragen, die viele von uns beschäftigen. Können wir vollständig über uns selbst bestimmen, ohne dabei anderen Leuten Schaden zuzufügen? Welchen Einfluss haben die Geschichte unserer Eltern und unsere eigenen Traumata auf uns? Und welche Rolle spielen globale Ereignisse außerhalb unserer Kontrolle wirklich in unserem Leben?

Der Roman berührt, stimmt durchaus optimistisch und macht gerne auch einmal wütend – ganz so, wie es die alltäglichen (und auch weniger alltäglichen) Ungerechtigkeiten des Lebens verdienen. Eine absolute Leseempfehlung!


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