„Lichte Tage“, besprochen von Helke Stadelmeier
Ellis lebt in Oxford und ist inzwischen ein Mann Mitte 40, der kaum noch Kontakt zu anderen pflegt. Er arbeitet wie alle in der Lackiererei am Ort, er ist ein “Tin Man”. Keiner versteht es wie er, Dellen auszubeulen, fast wie ein Bildhauer mit unglaublichem Gefühl bearbeitet er die Autos. Sein Wunsch war es früher, Maler zu werden, aber nach dem Tod seiner Mutter hat ihm sein Vater diesen Wunsch ausgeredet - in Oxford in den 70ern war so was völlig undenkbar. Nur langsam gelingt es seinen Nachbarn, ihn aus seiner Einsamkeit zu holen. In Rückblicken und durch ein gefundenes Tagebuch erfahren wir Ellis Geschichte.
Ellis lernt als Kind Michael kennen und mit ihm seine erste große Liebe. Gemeinsam reisen sie nach Südfrankreich. Dort verbringen sie eine intensive und wunderbare Zeit zusammen. Aus Liebe wird Freundschaft, denn Ellis heiratet Annie. Ellis, Michael und Annie – die Liebe dreier Menschen, deren Leben und Liebe fest miteinander verbunden sind. Umso schmerzhafter für Ellis, beide verloren zu haben.
In wunderschöner Sprache und Sprachbildern schreibt Sarah Winman über Liebe, Freundschaft und Verlust - und über die Provence. Das Buch beginnt melancholisch und grau und wird trotz aller Tragik immer heller und lichter und entlässt einen versöhnlich und dankbar! Ganz große Leseempfehlung!



