„Pompeji“, besprochen von Nikolaus Närger
Als auf einem Berg oberhalb der Stadt Pompeji tote Vögel gefunden werden, ist Josse, Sohn eines Geflüchteten, einer der wenigen, die die drohende Gefahr durch den Vulkan erkennen. Ohne Schulbildung, Geld und Einfluss gelingt es ihm, sich an die Spitze einer Aussteigerbewegung zu setzen. Bald fürchtet das Stadtoberhaupt, die Vulkangerüchte könnten Pompeji schaden, aber erst als auch einer der reichen Bürger auf die Gefahr etwas zu geben scheint, schaltet sich die mächtigste Frau der Stadt ein. Und Josse fällt um. Die Katastrophe vor Augen, tut er – nichts. Und plädiert opportunistisch nun - für ein "Leben mit dem Vulkan".
Eugen Ruge hat mit dieser erneuten Gesellschaftssatire sich der Verhältnisse im antiken Pompeji nun angenommen und kann die menschliche Fehlbarkeit in all ihren Facetten darstellen, ohne den Zeigefinger zu erheben: es gibt sowohl feministische Bestrebungen gegen das „Patriarchat“ als auch Umweltschützer, linke Dogmatiker und Warner vor dem "westlichen" bzw. hier römischen Imperialismus. Ein funkensprühendes "Spiegelkabinett", intelligent, abgründig – fast wie bei Monty Python – und sehr empfehlenswert.



