„Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“, besprochen von Theodor Lindner

In einem nicht genauer benannten arabischen Land herrscht im 19. Jahrhundert ein weiser und gerechter König, der seine Tochter Jasmin, sein einziges Kind, über alles liebt. Nach der brutalen Ermordung der Königin verfällt Jasmin in eine tiefe Depression, denn sie fühlt sich verantwortlich für das, was passiert ist. Sie weigert sich, ihr Zimmer zu verlassen, und will mit niemandem sprechen. Aus purer Verzweiflung verkündet der König, dass derjenige, der seine Tochter heilen kann, ihr Mann werden würde. Viele versuchen es, doch niemand ist erfolgreich.

Bis ein Kaffeehauserzähler die Stadt besucht. Er ist sich sicher, dass er die Prinzessin mit Erzählungen begeistern und wieder ins Leben zurückholen kann.

Ich glaube, „Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“ ist gerade mein absolutes Lieblingsbuch. Rafik Schamis Schreibstil hypnotisiert, anders kann ich das nicht ausdrücken, und man will einfach immer noch einen Absatz, eine Seite, nur noch ein Kapitel lesen und in dieser Welt bleiben. Das Buch ist eine Hommage an die Erzählkunst und vor allem arabische Erzählungen, die auch die Vorlage für den Roman bildeten. Es umfasst beinahe 500 Seiten und fühlt sich doch viel zu kurz an.


Kategorie