"Am Himmel die Flüsse", besprochen von Theodor Lindner
Drei Leben, getrennt von Raum und Zeit und dennoch unweigerlich miteinander verbunden.
Ein kleines Mädchen in der Türkei, das langsam aber sicher taub wird und aufgrund von Dammarbeiten bald ihr kleines Heimatdorf verlassen muss. Sie ist fasziniert von dem Grab des Engländers, ganz in der Nähe der Gräber ihrer eigenen Familie.
Eine Tochter türkischer Einwanderer in Großbritannien, deren Ehe zerbricht und deren Lebenswille immer mehr schwindet. Sie versucht verzweifelt, vor ihrer Vergangenheit zu flüchten.
Und ein Engländer aus armen Verhältnissen, fasziniert von entfernten Kulturen und einer ganz speziellen Gegend in Mesopotamien. Was er einmal gesehen hat, kann er nicht mehr vergessen, erinnert sich sogar an seine eigene Geburt an der Themse.
Sie alle werden geprägt von den Flüssen, an deren Ufern sie leben, und Konflikten, die noch viel weiter zurückreichen, als sie sich vorstellen können.
Einfühlsam erzählt Elif Shafak von Liebe und Verlust, Erinnerung und Vergessen, Schmerz und Heilung. „Am Himmel die Flüsse“ entwickelt schnell einen hypnotisierenden Sog und lässt einen nicht mehr los. Ganz große Literatur und eine absolute Leseempfehlung.



