"Beinahe Alaska", besprochen von Helke Stadelmeier

Gleich vorneweg: Es gibt kein Schiffsunglück, keine Leichen, keine Morde und niemand wird verletzt - und trotzdem ist es ein wunderbares Buch, das sich unbedingt zu lesen lohnt.

Wir begleiten eine Fotografin auf ihrer Reise auf einer Expeditionskreuzfahrt, lernen dabei die Mitreisenden und ihre Besonderheiten kennen und das alltägliche Leben auf einem Schiff. Sie fühlt sich unwohl als alleinreisende Frau zwischen den anderen Passagieren, wie einem alternden Schriftsteller oder einer Influencerin mit schlechten Manieren. Am liebsten sitzt sie neben einem älteren Herrn und betrachtet das sich immer verändernde Meer.

Als Fotografin beobachtet sie nur und urteilt nicht und das so witzig, sarkastisch und unterhaltsam, dass ich laut lachen musste und gleichzeitig beschreibt sie aber die Landschaft auf eine ganz zärtliche und poetische Art und Weise.

Ein großartiges Buch über eine Schiffsreise, die anders verläuft als geplant und einer Reise zu sich selbst. Wie nahe liegen Schönheit, Kargheit und Tristesse beieinander und wie sich Stück für Stück der Blick weitet - auch der des Lesers. In einem wunderbaren lakonischen Stil erzählt, wie schön das Imperfekte eben sein kann.


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