"Das Flüstern der Feigenbäume", besprochen von Katrin Laich
Wir befinden uns Anfang der siebziger Jahre auf Zypern. Kurz vor dem Bürgerkrieg lernen sich der Grieche Kostas und die Türkin Defne kennen und verlieben sich. Aber ihre Familien dürfen nichts von ihrer Liebe erfahren und so treffen sie sich immer heimlich in einer Taverne, in deren Garten ein prachtvoller Feigenbaum steht. Als der Krieg ausbricht verlieren sich die beiden aus den Augen.
Jetzt in der Gegenwart lebt Kostas mit seiner Tochter Ada in England. Obwohl das Klima dort viel zu kalt ist, steht in ihrem Garten ein Feigenbaum. Ada leidet sehr unter dem Tod ihrer Mutter und fragt sich, wie es dazu kommen musste. Als sich ihre Tante aus Zypern für einen Besuch ankündigt, versucht Ada die dunklen Geheinmisse der Familie zu lüften. Sie erfährt immer mehr aus der Heimat ihrer Eltern und versteht nun auch endlich, warum der Feigenbaum im Garten ihrem Vater so am Herzen liegt.
Elif Shafak gelingt es in diesem Roman uns die jüngere Geschichte Zyperns so mitreißend zu erzählen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Und auch der Feigenbaum kommt zu Wort! Er betrachtet das Tun der Menschen aus seinem Blickwinkel. Dadurch berührt diese Geschichte alle Lesenden auf eine ganz wunderbar poetische Weise.



