Deutsches Haus, besprochen von Birgit Närger
Frankfurt/ Bornheim, Anfang der 60 er Jahre.
Hier lebt ein echtes deutsches Fräulein, Eva Bruhns bei ihren Eltern, die eine Gastwirtschaft, das „Deutsche Haus“ betreiben.
Eva ist in einer Beziehung mit Jürgen. Wenn alles gut geht, und Jürgen endlich bei ihren Eltern um ihre Hand anhält, wir Eva schon bald nach oben heiraten.
Ein spießiges, ruhiges und glückliches Leben.
Doch plötzlich wird Eva, die Dolmetscherin ist, an einem Wochenende zu Gericht gebeten, um für einen ausgefallenen Kollegen zu übersetzen.
Es braucht eine Weile bis man versteht, um was es hier geht. Es ist der erste große Auschwitz Prozess, der hier geführt wird. Und es bleibt nicht beim einmaligen Übersetzten, Eva soll fest engagiert werden.
Sie hat keine Ahnung, auf was sie sich einlässt.
Ihre Familie und auch Jürgen sind streng dagegen.
Dieses Buch hat mich total gefesselt und ich habe Vieles über die deutsche Geschichte erfahren, von dem ich bisher keine Ahnung hatte. Große Teile der deutsche Bevölkerung waren strikt gegen diesen Prozesse. Die Vergangenheit sollte ruhen. Warum auch? Weil vielleicht so mancher zu Kriegszeiten mehr mit den Nazis am Hut hatte, als er gerne zugeben wollte.
Annette Hess, die Autorin, die auch die Fernsehserien Weißensee und Kuhdamm 56/59 geschrieben hat versteht es, Zeitgeschichte in perfekte Unterhaltung umzuwandeln.
Ein Rezensent: »Das ist ein Werk, das lege ich Ihnen nicht nur ans Herz, das dränge ich Ihnen auf. Wenn Sie das nicht lesen, sind Sie selber schuld.«



