Die Liebe im Ernstfall, besprochen von Birgit Närger
In diesem Buch lesen wir von 5 Frauen.
Ihr individuelles Leben wird uns in 5 völlig voneinander unabhängigen Kapiteln vorgestellt.
Da ist z.B. Judith, 39 Jahre, sehr attraktiv, Ärztin, single und auf allen nur denkbaren Dating Plattformen unterwegs. Wir begleiten sie durch sehr interessante Chats, sie ist der Meinung, „jede Frau sollte einen Mann haben, der ein wenig wie Christian Grey ist….."
Dann ist da noch Brida, die ihre Kinder alleine erzieht, mit ihrem Ex-Mann, seiner Neuen und den Kindern in Urlaub fährt. Und dort auch gerne mal mit ihrem Ex im Bully verschwindet, während die Neue und die Kinder ahnungslos im See baden.
Aber lustig ist das Buch dennoch nicht.
Ein grandioser Aufbau, bei dem jeweils die kleine Erwähnung einer der Frauen, das ihr gewidmete nächste Kapitel einleitet.
All diese Frauen ringen um Selbst- und Fremdbestimmung und letztlich um das Gelingen von Leben und Liebe.
Nebenbei entwirft Krien fast heimlich ein Stadtportrait von Leipzig, das jene letzten 15 Jahre umfasst, in denen die sächsische Stadt sich mindestens so neu erfunden hat wie ihre Heldinnen.
Die Geschichte, die Sprache, der Aufbau, alles hat mich in den Bann gezogen und ich habe dieses Buch mit Begeisterung gelesen.



