Die man nicht sieht, besprochen von Birgit Närger
Die man nicht sieht, das sind drei Kinder. Ismael, Enana und Ajo. Die erfolgreichste Einbrecherbande von Buenos Aires. Die Kinder hinterlassen bei ihren Einbrüchen keine Spuren und nehmen stets nur so viel, dass ihr Einbruch zunächst gar nicht auffällt. Oft erst Tage oder Wochen später fällt den Opfern auf, dass etwas fehlt. Und dann werden andere verdächtigt.
Ihr Auftraggeber ist Guida. Er arbeitet bei einer Sicherheitsfirma, er ist für die Sicherheit vieler Häuser wohlhabender Leute verantwortlich. Er sitzt also an der Quelle!
Guida bereitet die Einbrüche der drei vor, er leitet sie an.
Die Kinder selbst leben in bitterer Armut, in Eisenbahnwagons und stets auf der Flucht. Das grosse Geschäft mit ihren Einbrüchen machen andere.
Die Kinder haben noch nie das Meer gesehen.
Und dann kommt ein grosser Auftrag. Von Guida vermittelt, sollen die Drei für einige Monate an die Küste Uruguayais.
Dort sollen sie in einer streng gesicherten Anlage, neun hochgesicherte Luxusvillen leerräumen.
Sie werden Teil eines Komplotts, in dem sie nur die Randfiguren sind.
Denn wer merkt schon, wenn drei Unsichtbare verschwinden?
Die Kinder machen sich strafbar. Was sie tun ist unrecht. Und dennoch fiebert man als Leser von der ersten bis zur letzten Seite mit ihnen. Die drei Außenseiter, die sich nur auf sich selbst verlassen können und von der Gesellschaft absolut im Stich gelassen werden.
Die argentinische Autorin präsentiert hier eine ganz ungewöhnliche Geschichte. Ein spannendes und temporeiches Buch, das mich nicht mehr losgelassen hat. Und eigentlich bis heute nicht los lässt.
Eine solche Geschichte können wir uns in unserer Welt nicht vorstellen.
Meine absolute Leseempfehlung!



