"Die Reise ans Ende der Geschichte", besprochen von Theodor Lindner
Italien, Anfang der Neunziger. Dieter Germeshausen war einmal Agent des Bundesnachrichtendienstes. Er war aber auch nur ein kleines Licht, bekam nie die Anerkennung, die er gerne gehabt hätte, und wanderte deswegen im Laufe seiner Karriere als Doppelagent zu Russland über. Diese Strukturen, die er jahrelang wundervoll navigieren konnte, existieren nun jedoch nicht mehr, und wieder droht er, in Vergessenheit zu geraten. Er entschließt sich also, das einzig Logische zu tun. Sein Plan? Im Alleingang dreht er ein letztes großes Ding, verdient Geld und setzt sich dann mit falscher Identität ins Ausland ab.
Nur das mit dem „Alleingang“ ist etwas schwierig, denn Germeshausen hat es nicht so mit dem Zwischenmenschlichen, schafft es nicht so recht, sich die Türen zu öffnen, die er für sein Vorhaben benötigt. Kurz entschlossen zieht er also einen jungen deutschen Dichter mit ins Boot, der im Gegensatz zu ihm extrem gut mit Menschen kann und so die Grundsteine legen soll.
Aus dieser Zusammenarbeit entspinnt sich nun ein Abenteuer- und Agentenroman, der es in sich hat und unfassbar gut unterhält. Eine absolute Leseempfehlung und eins meiner Highlights dieses Frühjahr.



