"Die Spielerin", besprochen von Martina Schiemer

Die Protagonistin, im Buch nur A. genannt, zieht als junge Frau in den 1990er Jahren nach Zürich, um dort eine Stelle als Investmentbankerin anzunehmen. Für sie ist es die Flucht aus der niedersächsischen Provinz, einem vorbestimmten Dasein als Sparkassenkauffrau mit Mann und Kindern. Sie will nach oben das steht für sie fest, sie träumt von einer Karriere in der Welt des Geldes und der Macht.

Es sind harte Lehrjahre, die die junge Frau erwarten, sie wird übersehen und von der durch Männern dominierten Branche, nicht ernst genommen, doch sie lernt schnell, wird sicherer und skrupelloser. Bald schon spürt sie, dass genau diese „Unsichtbarkeit“ ihre größte Macht sein wird und setzt diese spielerisch zu ihrem Gunsten ein. Mit dem Vertrauen der Kollegen und Kunden öffnen sich für sie neue Möglichkeiten und es bleibt nicht aus, dass auch finanzstarke Organisationen auf sie aufmerksam werden.

Ein großartiges Lesevergnügen, die Autorin schafft mit ihrer kühlen und distanzieren Sprache eine fesselnde und vielschichtige Geschichte zu erzählen. Einblicke in komplexe Vorgänge des Finanzwesen sind genauso in die Handlung eingearbeitet wie die Veränderung unserer Protagonistin, die intelligent, aber auch moralisch zwiespältig agiert. Große Leseempfehlung!


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