"Die Verluste", besprochen von Birgit Närger

„Ein Familienroman, wie er gegenwärtiger nicht sein könnte“ steht vorne drauf. Und dem habe ich gar nicht so viel hinzuzufügen.

Eine Familie – stets ein kompliziertes und fragiles Gebäude, wir wissen es alle. Die Eltern Klaus und Katia Werner, bereits beinah 80, leben in der Schweiz am Bodensee. Die drei erwachsenen Kinder in München, Berlin und die Tochter als Umweltaktivistin überall. Und anstatt, dass die wohlhabenden Eltern mal etwas von der Kohle an die Kinder weitergeben, plant der Vater den Bau eines privaten Bunkers im Garten, richtig teuer! Sein 80. Geburtstag steht an und ein großes Familienfest wird geplant. Und alle könnten eine kleine Finanzspritze sooo gut gebrauchen.

Das Buch ist in kurze Absätze mit interessanten und prägenden Überschriften wie „Culpa“ oder „Autarkie“ unterteilt. Ganz großes Kino ist das, jeder Charakter bekommt im Wechsel seine Bühne, aktuell, bissig, witzig – mit Suchtpotenzial. Für Männer, Frauen, jung und alt gleichermaßen geeignet. Super!


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