"Dienstmädchen für ein Jahr", besprochen von Birgit Närger

Wir sind in Norwegen, in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Eine junge Frau aus wohlhabendem Haus erwartet den Antrag ihres Schwarms. Und lässt sich dann auf eine sehr ungewöhnliche Wette ein… Man ist in einer Gruppe unterwegs, ein Wort gibt das andere und Jorge, „der Angebetete“ ,verspricht Helga DEN Ring, wenn sie ein Jahr lang als Dienstmädchen „inkognito“ durchhält. Sie, die aus bestem Hause kommt und noch nie einen Finger gerührt hat, das erledigt schließlich das Personal! 

Und gesagt getan, Helga findet schnelle eine Stelle und erlebt so manche Überraschung. Sie, die einst bei Tisch bedient wurde, bedient nun selbst und arbeitet hart. Und dann ist da noch der Chauffeur Hans, der es ihr besonders angetan hat. Ob sie nach einem Jahr und diesen Erfahrungen noch an einen Ring von Jorge interessiert ist, darf man gleich bezweifeln. 

Die Autorin, Sigrid Boo, hat dieses Buch bereits 1930 geschrieben und es war schon damals ein großer Erfolg. Nun ist der Übersetzerin Gabriele Haefs die neue Aufmerksamkeit zu verdanken. Das Buch ist in Form eines Briefromans geschrieben. Ein echtes Fundstück. Eine heitere Geschichte über so ernste Themen wie Klassenunterschiede, Geschlechterrollen und Emanzipation.


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