"Drei Wochen im August", besprochen von Helke Stadelmeier

Elena ist mit ihren Kindern, einer Freundin der Tochter und der Babysitterin nach Frankreich in ein Ferienhaus an der Atlantikküste gefahren. Das Haus gehört ihrer schwerkranken Freundin, die in Deutschland ist. Dort will sie ein bisschen Abstand und Ruhe finden, ihr Mann ist in Deutschland geblieben, in der Ehe kriselt es.

Was als schöner Urlaub beginnt, ändert sich schlagartig. Um sie herum toben Waldbrände und auf einmal kommen neue Gäste hinzu. Die Reise an die französische Atlantikküste ist für Elena, Eve (der Babysitterin), Linn und deren Freundin eine Belastungsprobe, bei der alle an ihre Grenzen stoßen. Unterschwellig beginnen sich die Konflikte zuzuspitzen, die aus Eifersucht und Misstrauen begünstigt werden und dann aufbrechen. Nähe wird zu Misstrauen und Fürsorge zur Kontrolle. All das, bis es zur Katastrophe kommt und eines der Kinder verschwindet.

Ein ganz feinfühliges psychologisches Kammerspiel, das von außen durch die Waldbrände bedroht wird und innerhalb des Grundstücks die Zerbrechlichkeit des Zwischenmenschlichen aufzeigt. Der Roman wird immer abwechselnd aus der Sicht von der Mutter und von Eve, dem Kindermädchen, erzählt. So dass man beide kennen lernt und eben doch nicht. Schwelend, wie ein Brand, beginnt sich der Raum immer mehr zu verengen, niemals explosiv, sondern es sind stetige kleine Vergiftungen, die das Gefüge immer brüchiger machen. Ein Buch, das ganz still daher kommt, aber messerscharf sezierend ist und einen sehr wuchtigen Nachhall hat!


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