"Ein einfaches Leben", besprochen von Theodor Lindner

1932. Sunja ist ein Mädchen von 16 Jahren, dessen Zukunft bereits verbaut ist. Denn sie ist schwanger, der Vater des Kindes bereits verheiratet und wenn es eines gibt, dass eine Frau in den 30ern nicht braucht, dann ist es ein Kind ohne verheiratet zu sein. Vor der Schande rettet sie der junge Pastor Isak, der anbietet, sie zu heiraten, das Kind als sein eigenes anzusehen und sie mit nach Japan zu nehmen, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch so einfach ist es natürlich nicht, denn der Großteil der japanischen Bevölkerung verachtet Koreaner, sodass es der jungen Familie schwer fällt, in Osaka Fuß zu fassen. Der Leser folgt Sunja und ihren beiden Söhnen, die es nie so recht schaffen, sich als Teil der Gesellschaft zu etablieren, egal was sie versuchen, denn ihre Herkunft steht ihnen immer im Weg.

"Ein einfaches Leben" ist ein faszinierendes und wichtiges Familienepos über koreanische Einwanderer in Japan und die Hürden, die sie selbst Jahrzehnte und Generationen nach ihrer Migration noch immer nicht überwinden können.


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