„Endling“, besprochen von Theodor Lindner
Es ist das Jahr 2041. Die Biologin Zoe klassifiziert Käfer und Insekten dem Artensterben entgegen, als sie einen unerwarteten Anruf von ihrer alkoholkranken Mutter bekommt. Nach Jahren des Abstreitens ihrer Probleme, will sie sich nun endlich in eine Klinik einweisen und auf Entzug gehen. Zoe soll deswegen über die Sommermonate vorübergehend wieder zu Hause einziehen, zum einen, um auf ihre kleine Schwester Hanna aufzupassen, die noch Teenager ist, und zum anderen, um einen Blick auf ihre Tante Auguste zu werfen. Auguste ist ebenfalls Wissenschaftlerin. Seit der letzten Pandemie jedoch hat sie sich vollständig in ihrer Wohnung eingeigelt und keinen Fuß mehr vor die Tür gesetzt. Ihre einzige Gesellschaft ist eine Weinbergschnecke, ein Endling – die letzte ihrer Art.
Was sowieso bereits verspricht, eine schwierige Zeit zu werden, wird noch weiter aufgewühlt, als Auguste sich mit ihren Sorgen an Zoe wendet. Ihre beste Freundin hat sich bereits vor Wochen für Forschungszwecke auf den Weg in ein kleines, verstecktes Dorf in Italien gemacht. Seitdem hat Auguste nichts mehr von ihr gehört, was recht ungewöhnlich ist.
Was also bleibt den drei Frauen anderes übrig, als sich ein Auto zu mieten und sich auf einen Roadtrip zu begeben, inklusive Weinbergschnecke?
„Endling“ ist ein hochpolitisches Buch, das uns eine Zukunft aufweist, auf die wir uns langsam aber sicher zubewegen. Mein absolutes Lesehighlight in diesem Sommer.



