"Gym", besprochen von Helke Stadelmeier

Was ein Knaller, was ein wildes Buch! Ich habe dieses Buch an einem Tag gelesen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. 

Die namenlose Protagonistin hat ihren alten Job verloren und bewirbt sich bei Mega Gym als Tresenkraft. Beim Bewerbungsgespräch wird sie etwas abschätzig angeschaut, ihr Body Mass Index ist nicht Fitnessstudio würdig, sie hat sich ein bisschen gehen lassen. Sie braucht den Job aber dringend und nutzt eine kleine Notlüge und behauptet, kürzlich erst entbunden zu haben. Der Fitnessbetreiber, ein selbsternannter Feminist, stellt sie ein und verspricht ihr, sie wieder in Form zu bringen. 

Und nun muss sie mit dieser Lüge leben, ihr Leben mit Kind jeden Tag neu erfinden, macht immer mehr Sport, beginnt ihren Körper zu optimieren, kauft sich enge Fitnessklamotten und steigert sich komplett in den Fitnesswahn rein. Der Sport wird zur absoluten Obsession! Gleichzeitig erfahren wir immer mehr aus ihrer Vergangenheit und was davor passiert ist. Und ob das Lügenkonstrukt hält, sie dem Körperkult entkommt und was es aus Ihrer Vergangenheit noch zu erfahren gibt, verrate ich nicht!

Keßler schreibt extrem intensiv und gleichzeitig amüsant. Es ist ein Buch über Körperkulte, über Selbstoptimierung und über alle Grenzen gehen. Es ist obsessiv, laut und knallig - einfach der Wahnsinn!


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