"Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland", besprochen von Theodor Lindner
Wir befinden uns im Jahr 1899. Der Transsibirien-Express ist das einzige Wunder der modernen Technologie, welches das Ödland zwischen Russland und China berührt und all jene Reisenden befördert, die sich trauen, die gefährliche Reise auf sich zu nehmen. Es gibt jedoch Gerüchte, dass der Zug nicht mehr sicher sei. Irgendetwas ist auf der letzten Durchreise passiert, an das sich scheinbar niemand der Passagiere und Crew erinnern kann.
Unsere Protagonist*innen: Eine junge, trauernde Frau mit fremden Namen, deren Vater womöglich wusste, was auf der letzten Durchreise geschah; ein Mädchen, das im Zug geboren und von der Crew aufgezogen wurde; und ein Naturwissenschaftler, dessen Theorien und Forschungen auf Abneigung stoßen.
Das „Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland“ ist ein atmosphärischer historischer Roman, der sofort fesselt. Ganz lange spielt die Autorin mit dem Aberglauben der Menschen damals, lässt offen, ob das Ödland wirklich gefährlich ist, ob wirklich Übernatürliches im Spiel ist oder ob unsere Reisenden einfach nur den Verstand verlieren oder beides. Ein einzigartiges Buch und dieses Jahr definitiv eins meiner Highlights.



