"Hasenprosa", besprochen von Birgit Närger

Maren Kames, die Autorin des Romans „Hasenprosa“, ist 40 Jahre alt. Sie wurde in Überlingen am Bodensee geboren und lebt mittlerweile dort, wo offensichtlich alle jüngeren Autoren leben, die was auf sich halten... in Berlin. „Hasenprosa“ ist Kames' drittes Buch, darüber hinaus hat sie mehrere kürze Texte veröffentlicht. Sie ist eine mehrfach ausgezeichnete Autorin.

Maren Kames nimmt den Leser in „Hasenprosa“ mit auf eine Reise. Die Protagonistin ist mit einem Hasen eine lange Strecke in einem traktorähnlichen Leihwagen unterwegs. In außergewöhnlicher Form und Sprache, die mit folgenden Beschreibungen bedacht werden: „rasende Träume, freier Fall, Fixsterne, extraterestischer Roadmovie, ausschweifend, lebendig, sturzoffen“ wird diese Abenteuerreise – allerdings tatsächlich auch mit einem Handlungsbogen - erzählt. Maren Kames hat es in einem Interview so beschrieben: das Prinzip des Märchens, das in der Gegenwart landet.

Im Groben geht es in diesem Buch um die Familie, die Großväter und die Großmütter werden verglichen, ihre Unterschiede, welche Bedeutung sie im Leben der Erzählerin hatten. Es ist auch ein Buch über Annäherung und über Erinnerung. Der Hase ist in dem Buch ein sprunghaftes Gegenüber. Er ist trotzig, widerstandsfähig, behutsam, liebevoll, klugscheißerisch, wild, sanft und struppig. Die beiden Protagonisten haben viel gemeinsam. Außergewöhnlich sind auch die drei Bildstrecken in dem Buch. Auch hier wandert Maren Kames wieder vom Abstrakten ins Reale. Hier kombiniert die Autorin verschiedene Dinge, die im Text Wirkung finden. z.B. in der ersten Bildstrecke. Hier finden wir youtube Screenshots von songs, die später zitiert werden. Z.B. Glenn Goold und Billie Eilish.


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