"Hey guten Morgen, wie geht es dir?", besprochen von Helke Stadelmeier
Es geht um Juno und Jupiter. Jupiter sitzt aufgrund einer Muskelerkrankung im Rollstuhl und Juno, Tänzerin und Künstlerin, ist stets besorgt um ihren Jupiter . So muss sie immer den Spagat halten zwischen ihrem Leben als Tänzerin und ihrem Zuhause mit dem pflegebedürftigen Jupiter. Ihre Rolle als Partnerin und Pflegerin fordert sie auf eine Weise, die kaum Raum für ihre eigene Identität lässt. Ihre Alltagsflucht ist das Schreiben mit sogenannten Love Scammern, die im Internet auf verlorene Frauen lauern. Doch Juno dreht den Spieß um. Sie spielt ihr eigenes Spiel, erfindet Geschichten und entflieht so ihrem Alltag. Eines Tages oder besser eines Nachts lernt sie Benu kennen, der mit Fakeprofil sich auch auf die Suche nach verlorenen Frauen macht. Sie spielt ihr Spielchen, - er seines. Aber Benu durchschaut sie, genauso wie sie ihn durchschaut und es entsteht eine neue Verbindung zwischen den beiden. Sie wechseln zu Videochats, wo Benu bei Kerzenschein in seiner kleinen Hütte ohne Strom sitzt und eine neue, intimere Phase entsteht.
Sie schreibt so soghaft, unprätentiös und klar. Eine moderne Geschichte in unserer Zeit.



