"Inmitten der Nacht", besprochen von Theodor Lindner
Ein Ehepaar will gemeinsam mit den beiden Kindern den Sommerurlaub in der letzten Ecke Long Islands verbringen. Sie sind dort beinahe vollständig abgeschnitten vom Rest der Welt und genießen die ersten Tage in vollen Zügen. Doch nach nur wenigen Tagen klopft es spät an der Nacht an der Tür. Dort steht ein älteres schwarzes Ehepaar. Sie geben an, ihnen gehöre das Haus und vermieten es während der Sommermonate. Eigentlich wollten sie nach Hause fahren, doch ganz New York liege im Dunkeln, behaupten sie. Die Ostküste sei lahmgelegt, sie wissen auch nicht, was los sei, ob sie nicht über Nacht dort bleiben könnten.
Ob die Paare einander vertrauen können, wissen sie nicht. Doch schon bald wird ihnen klar, dass sie gar keine andere Wahl haben, denn die Situation spitzt sich zu. Kein Netz. Fernseher und Radio sind lahmgelegt. Keine Menschenseele ist anzutreffen. Was in der Welt passiert, weiß diese von der Welt abgeschnittene Gruppe nicht. Ist eine Pandemie ausgebrochen? Ein Krieg? So schnell werden sie keine Antwort erhalten.
„Inmitten der Nacht“ ist ein extrem spannender Gesellschaftsroman mit einem Spannungsbogen, der mich stark an Stephen King erinnert hat. Der Autor wiegt uns in Sicherheit, und dann spitzt sich die Handlung zu, pausenlos, bis zum bitteren Ende. Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann.



