Junger Mann, besprochen von Sonja Körner

Der junge Mann ist 13, geht auf ein Internat, wiegt bei 1,80 m Körpergröße stolze 93 Kilo und jobbt in den Ferien, als Tankwart. In den 70er Jahren im Salzburger Land, zu Zeiten der Energiekrise, war das gar nicht mal so anspruchslos. Beim Scheibenfreikratzen strahlt ihn mit einem überirdischen Lächeln die Elsa an. Aber die Elsa ist im Vergleich zu 13 ein bisschen zu alt und ein bisschen zu verheiratet mit dem Tscho. Der Tscho ist nicht nur 11 Jahre älter, sondern war schon immer sehr begehrt bei der weiblichen Dorfjugend und fährt mit seinem Lastwagen bis nach Teheran.
 
Um minimal mithalten zu können beschließt der junge Mann, bis zum Sommer auf 80 Kilo abzunehmen und kämpft erbittert gegen Kalorien und die Sorgen seiner Mutter. Und tatsächlich kommen sich die Elsa und er näher, bis der Tscho ihm ein Angebot macht, dass er nicht ablehnen kann.
 
Da ich sowieso ein großer Fan österreichischer Autoren bin, führt an Wolf Haas natürlich kein Weg vorbei. Und eine Dorfjugend weckt auch bei mir Erinnerungen. Dass sich dann auch noch eine Roadnovel daraus entwickelt, hat mich umso mehr gefreut. Ein wunderbarer, lakonischer Transitroman in dessen Verlauf der junge Mann nicht nur dünner, sondern auch reifer wird.

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