"Mühlensommer", besprochen von Katrin Laich
In diesem wunderbaren Buch werden wir zu einem Besuch in das Dörfchen Birkenmühle mitgenommen. Die alleinerziehende Maria erreicht ein Notruf. Ihr Vater hatte einen Unfall bei Waldarbeiten und liegt im Krankenhaus. Ihre Mutter schafft die Arbeit auf dem Mühlenhof nicht alleine und bittet Maria schnell zu kommen. Sie fährt sofort los und schon auf dem Weg in die Heimat denkt Maria an ihre Kindheit zurück.
In Rückblenden erzählt sie anschaulich und voller Wärme von den Erinnerungen auf dem Hof. Die junge Maria musste mit ihrem Bruder bei der Ernte helfen statt die Ferien wie alle anderen Kinder im Freibad zu verbringen. Sie überlistet gemeine Schulfreundinnen und schafft es sogar als einziges Kind ihrer Klasse aufs Gymnasium. Ihre Eltern sind stolz, das hatte noch niemand in der Familie geschafft. Jetzt fragt sich Maria zunehmend ob es damals die richtige Entscheidung war in die Stadt zu gehen und ihrem Dorf den Rücken zu kehren. Könnte sie sich ein Leben mit ihren Töchtern auf dem Mühlenhof vorstellen? Was ist wenn ihr Vater nicht wieder gesund wird? Und dann bringt ihr Bruder Thomas endlich die lang verschwiegene Wahrheit auf den Tisch…
Maria Bogdahn schafft es, uns mit in die Hofatmosphäre hineinzuziehen. Es ist das besondere an diesem Buch. Sie erzählt auf eine so ehrliche, witzige und erfrischende Art, dass man das Gefühl hat mittendrin zu sein. Man kann die Erde, die Äpfel, den Stall und das selbstgebackene Brot förmlich riechen.



