"Offene See" besprochen Von Birgit Närger

Wunderschöne und besondere Literatur. Poetisch – tief empfunden und aufmerksam beobachtet!

England 1946. Der 16 jährige Robert hat seinen Schulabschluss absolviert und soll wie sein Vater unter Tage arbeiten. Bevor er sich in diese ungewollt quälende Enge im Kohlebergwerk begibt, will er einmal das Meer sehen. Er beschließt, an die Küste zu wandern.

Nach einigen Tagen trifft er auf Dulcie, eine unkonventionelle ältere Dame, die ihn sofort herzlich willkommen heißt. Die beiden freunden sich an, Dulcie lebt ein Leben, das sich Robert nie erträumt hätte. Sie lebt in den Tag hinein, gibt sich ihren Bedürfnissen und Empfindungen hin. Lebensmittelknappheit kennt Dulcie nicht und neben dem leiblichen Wohl versorgt sie Robert mit geistiger Nahrung in Form von Literatur und Lyrik.

Für Robert erschließt sich eine ganz neue Welt.

Er zeigt sich erkenntlich, indem er den heruntergekommen Garten bearbeitet und eine Hütte, die vor längerer Zeit als Atelier gedient hat, wieder instand setzt. Er bringt alles auf Vordermann und stößt dabei auf die schmerzhafte Vergangenheit, die Dulcie umgibt.

Als er die Hecke zum Meer stutzen will und er ein lyrisches Manuskript findet, das ihr gewidmet wurde, verschließt sich Dulcie zunächst völlig. Aber nach und nach lüften sich alle Geheimnisse über die „Offene See“……

 

Ein Roman voller Naturbeschreibungen, tiefgründigen Charakterisierungen und einer Geschichte, die sehr berührt.

 


Bibliographie
Tipp
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Offene See
Benjamin Myers
Offene See
Roman
EAN: 978-3-8321-8119-2
Ausgezeichnet als 'Lieblingsbuch der Unabhängigen' 2020! Eine zeitlose und geradezu zärtliche Geschichte über die Bedeutung und Kraft menschlicher Beziehungen Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will. 'Ein intensiver und bewegender Roman, der an J. L. Carrs Ein Monat auf dem Land denken lässt.' The Guardian

Bei Bestellung bis 17 Uhr während der Ladenöffnungszeiten ist der Titel am nächsten Tag abholbereit.

24,00 €
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