"Täuschend echt", besprochen von Theodor Lindner

Ein arbeitsloser Werbetexter bekommt die Möglichkeit, sein Leben von Grund auf zu verändern. Ein reicher Wohltäter, der auf die Missstände der Welt aufmerksam machen will, möchte eine Reihe von Büchern veröffentlichen, die jeweils ein Thema und eine reale Person herauspicken, verfasst von Ghostwritern. Unser Protagonist erhält den Auftrag für das erste Buch, stellt aber schon bald fest, dass das gelieferte Material stark zu wünschen übrig lässt – er soll nichts ausschmücken, doch die Seiten, die man mit den verdurstenden Schafen eines Schäfers füllen kann, sind stark begrenzt.

Also überlegt er sich sein eigenes Thema, erfindet die reale Person hinter der Geschichte sowie Details darüber, wie ihm die Informationen zugespielt wurden, und lässt den Roman von künstlicher Intelligenz schreiben. Tatsächlich wird das Buch ein riesiger Erfolg.

Doch natürlich ist es nicht ganz so einfach. Sein Wohltäter möchte die junge Frau aus der Geschichte unbedingt kennenlernen. Und dann ist da noch die Exfreundin des Autors, die ihm schon einmal alles genommen hat und es jederzeit wieder tun könnte.

Ich liebe Charles Lewinsky. Er liefert einen Protagonisten, der auf herrliche Weise unsympathisch ist, und zeigt auf, was beim Schreiben mit KI entsteht. Wir sehen tatsächlich von ChatGPT verfasste Absätze, Teile des Buches, das im Roman verfasst wird, und es ist schon etwas verstörend, zu wissen, dass solche Bücher mittlerweile wirklich veröffentlicht werden. Grandiose Unterhaltung und eine absolute Leseempfehlung.


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