"Unter Wasser", besprochen von Martina Schiemer
Nach dem frühen Tod ihrer Mutter zieht die sechsjährige Marissa mit ihrem Vater, einem Meeresbiologen, von New York nach Thailand in der Hoffnung auf einen Neubeginn. Kurz nach ihrer Ankunft lernt Marissa Arielle kennen und die Mädchen werden zu engen Freundinnen. Unter der Woche leben sie im Hotel von Arielles Eltern und gehen dort zur Schule und die Wochenenden verbringen sie bei Marissas Vater auf einer Insel. Vor ihnen liegt eine unbeschwerte Kindheit in dieser traumhaften Kulisse der Inseln und des Meeres. Wir Leser dürfen mit Eintauchen in die wunderschönen, paradiesischen Naturbeschreibungen der Autorin.
Doch dann geschieht im Dezember 2004 etwas, das ihr Leben verändern wird. Tauchen und Wasser ist ihr Element, aber diese Riesenwelle übertrifft alles. Jahre später lebt Marissa in New York und arbeitet als Autorin für ein Reise-Hochglanz-Magazin. Sie führt ein exzessives, aber auch einsames Leben in der Großstadt. Es ist der Oktober 2012 und die Nachrichten sind voller Warnungen vor dem Hurrikan Sandy der in wenigen Stunden die Ostküste des Landes erreichen soll. Wie geht Marissa mit dieser Bedrohung um?
Dieses Buch bewegt uns wie eine Welle. Die Gegensätze der atemberaubenden, aber auch zerstörerischen Natur und einer tiefen Freundschaft machen diesen Roman zu etwas Besonderem. Die Erzählung ist eindrücklich, aber auch feinfühlig und entwickelt einen Sog, dem man sich kaum mehr entziehen kann und das Buch zu einem großartigen Leseerlebnis macht.



