"Yesteryear", besprochen von Martina Schiemer
Nathalie Heller Mills lebt mit ihrem Mann Caleb und ihren 5 Kindern in den Bergen Idahos auf ihrer idyllischen kleinen Farm. Täglich postet sie ihr Leben auf Instagram, sie hat Millionen von treuen Followern. Für diese ist sie der Inbegriff der „Tradwife“ und lebt ein perfektes Hausfrauendasein als gläubige Christin, treu sorgende Ehefrau und liebevolle Mutter.
Doch hinter dem gutaussehenden Ehemann mit der Heugabel in der Hand, dem Sauerteigbrot und selbst gemachter Butter verbirgt sich eine ganz andere Realität als angenommen, hier funktioniert ein eingespieltes Team von „Helfern“, die nahezu unsichtbar im Hintergrund agieren. Ist alles nur eine Scheinwelt?
Und dann erwacht Nathalie eines Tages und sieht sich zwar auf ihrer Farm und die Kinder sind wohl auch ihre, aber es scheint, als befände sie sich 200 Jahre zurück in der Vergangenheit. Schwere Farmarbeit wartet auf sie, sodass all das, was sie immer idealisiert hat, nun harte Realität geworden ist.
Burke versteht es uns durch verschiedene Zeitebenen einen Einblick in die Welt der Protagonistin zu geben. Ihr scharfer Blick auf die heutige Gesellschaft, weibliche Rollenbilder, prägende Kindheitserfahrungen, religiöse sowie politische Einflüsse machen dieses Buch zu Recht zu einem großartigen Leseerlebnis bei dem ein bissiger Humor und atemloser Schreibstil nicht zu kurz kommen. Ein Lesehighlight in diesem Jahr!



