"Das unglaubliche Leben des Wallace Price", besprochen von Theodor Lindner
Als Wallace Price auf seine am Boden liegende Leiche hinabblickt, beschleicht ihn der Gedanke, dass er möglicherweise tot sein könnte. Und als er seiner eigenen Beerdigung beiwohnt, auf der ihn niemand sehen kann - abgesehen von einer Frau, die nur er sehen kann und die dort ist, um ihn abzuholen -, kommt er zu dem Schluss, dass er definitiv tot ist.
Zum Glück muss er das alles nicht allein verarbeiten. Der Wächter Hugo steht ihm zur Seite, um Wallace beim Übertritt ins Jenseits zu helfen. Für Wallace, der bisher seinen Job immer an erste Stelle gestellt hat und nie viel Mitgefühl für andere Menschen aufbringen konnte, beginnen die wohl turbulentesten Wochen seines Todes. Und wer weiß, vielleicht entdeckt er in ihnen ja auch den Sinn des Lebens.
Der Tod, in all seinen Formen, ist im Laufe dieses Romans nur allzu präsent; ob natürlich, gewaltsam oder durch die eigene Hand, im hohen Alter, viel zu früh oder irgendwo dazwischen. Und dennoch fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt emotional belastet. TJ Klune schafft es, schwere Themen mit herzerwärmenden Momenten und viel Witz auszubalancieren und bietet damit ein einzigartiges Leseerlebnis, das einer warmen Umarmung gleichkommt.



