"Die alte Garde", besprochen von Theodor Lindner

Seit Jahrhunderten kriechen die Ritter der Tafelrunde aus ihren Gräbern, wann immer England ihre Hilfe benötigt. So kämpften sie beispielsweise bei Waterloo und in den beiden Weltkriegen und durften sich nach getaner Arbeit wieder zur Ruhe legen.

Doch dieses Mal ist einiges anders, als Sir Kay ein Großbritannien der für uns nahen Zukunft erblickt. Die Meeresspiegel sind stark gestiegen, große Teile der Bevölkerung leben in heruntergekommenen Camps, die Hälfte des Landes wurde an chinesische Investoren verkauft und die Armee wurde privatisiert. Der Drache, der bei einem Anschlag auf eine Frackingstätte wiedererweckt wird, ist das eine. Die jahrhundertealte Verschwörung, die England immer weiter an den Abgrund treibt, ist noch einmal etwas ganz Anderes, und diesem Problem ist Sir Kay nicht alleine gewachsen.

„Die alte Garde“ ist hochpolitische und wichtige Fantasy, die auf grandiose Weise mit der Artussage und altbekannten Figuren spielt. Dabei bleibt der Humor aber auch nicht auf der Strecke – ich habe mich stellenweise stark an „Ein gutes Omen“ von Neil Gaiman und Terry Pratchett erinnert. Definitiv ein Fantasyroman auch für Leute, die eigentlich keine Fantasy lesen.


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