"Die Perlenjägerin", besprochen von Martina Schiemer

Dieses Buch liest sich wie ein japanisches Märchen.

Kai und Kashi sind Zwillinge und leben in der japanischen Provinz Biwa. Wie alle Frauen ihrer Familie werden sie zur Perlentaucherin ausgebildet. Dies ist eine sehr gefährliche Arbeit, denn unter Wasser erwarten die beiden jungen Frauen nicht nur kantige Felsenformationen oder gefährliche Wasserströmungen, nein, es erwartet sie ein Reich aus mächtigen und bedrohlichen Fabelwesen, die nicht immer gut auf die Menschen zu sprechen sind. Dass man diese mythischen Götterwesen ehren und fürchten muss, lernen die Mädchen schon von klein auf durch Geschichten und Erzählungen.

Als endlich Kai soweit ist, dass ihre Mutter ihr erlaubt, alleine zu tauchen, ist sie überglücklich. Noch am selben Tag entsteht zwischen den beiden Schwestern wie so oft ein Wetteifern und bei einem unsinnigen Muschelwetttauchen wird Kashi von einem magischen Geisterwal verschluckt. Kai gibt nicht auf und sucht verzweifelt nach ihrer Schwester und als sie sie endlich findet, befreit sie sie mühsam aus dem Magen des Wals. Leblos liegt Kishi in dem armen Kais, doch Hilfe naht. Der Drachenkönig bringt die beiden Mädchen zu Meeresgöttin Benzaiten, die als Schutzgöttin der Perlentaucherinnen zwar einwilligt zu helfen, aber dazu benötigt sie eine ganz besondere magische Perle.

In diesem Buch tauchen wir, genauso wie Kai nach ihren Muscheln, tief ein in japanische Mythologie und Märchenwesen. Leser ab ca. 13 Jahren, die Spaß an einer anspruchsvollen Geschichte haben, werden auf jeden Fall mit einem spannenden und interessanten Buch belohnt.


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