"Ein Lied für Blue", besprochen von Sonja Körner
Habt ihr schon mal vom 52-Hertz-Wal „52 Blue“ gehört? Das ist ein Wal, der in einer höheren Tonlage singt als seine Artgenossen und deshalb verstehen ihn die anderen Wale nicht. Diesen Wal gibt es wirklich, aber in diesem Buch geht es um Blue 55, den sich die Autorin ausgedacht hat, dem es aber genauso ergeht. Iris kann gut nachvollziehen, wie Blue sich fühlt, weil sie als einziges gehörloses Kind in eine Klasse mit hörenden Kindern geht. Sie hat zwar einen Übersetzer, der für sie aus und in die Gebärdensprache übersetzt, aber trotzdem ist es natürlich nicht immer einfach für sie. Außerdem ist sie traurig, weil ihr Opa gestorben ist.
Als sie im Unterricht von Blue erfährt, möchte sie sofort mehr über ihn wissen und sie hat Mitleid. Da ihr Hobby das Basteln an alten Radios ist und sie sich gut mit Elektronik auskennt, beschließt sie, ein Lied für Blue zu schreiben, das er hören kann. Doch wie soll sie ihn erreichen? Gemeinsam mit ihrer Großmutter macht sie sich auf eine aufregende Reise, die auch ihr eigenes Leben verändert.
„Ein Lied für Blue“ ist nicht nur eine sehr schöne Geschichte ab 10 Jahren, sondern man lernt auch viel über Wale und im Anhang sieht man sogar, wie der Titel des Buches und andere Wörter gebärdet werden. Die Autorin kann zwar hören, arbeitet aber seit vielen Jahren als Gebärdensprachdolmetscherin.



