„Die mörderischen Cunninghams“, besprochen von Theodor Lindner

Die Familie Cunningham ist etwas ganz Besonderes, denn jeder von ihnen hat jemanden getötet. Nicht alle haben einen Mord begangen – Unfälle passieren –, aber das ändert natürlich nichts daran, wie sie von der Außenwelt wahrgenommen werden. Die einzige Ausnahme ist vermutlich Ernest, einer der Brüder aus der Familie, der vor allem deswegen bekannt ist, weil er vor einigen Jahren seinen Bruder ins Gefängnis gebracht hat.

Dieser wird nun entlassen und die Cunninghams kommen für ein Familientreffen zusammen – Anwesenheit ist Pflicht. Doch es kommt natürlich, wie es kommen muss: am ersten Morgen des Trips taucht eine Leiche auf. Es ist klar, dass es jemand aus der Familie gewesen sein muss. Aber wer? Und vor allem: Warum?

„Die mörderischen Cunninghams“ ist ein Krimi, der einfach Spaß macht, weil er in seinem Konzept so schön schräg ist, und gleichzeitig ist es gut konstruiert. Mein persönliches Highlight ist ja, dass unser Protagonist Ernest selbst Autor ist – er schreibt Bücher übers Krimischreiben. Ganz am Anfang klärt er uns über die Regeln des Krimischreibens auf, die der (echte) Autor Ronald Knox 1929 veröffentlicht hat, und versichert uns, dass er sich selbst auch daran halten wird. Dadurch kann man auf dieser wundervollen Metaebene miträtseln und ich zumindest finde so etwas einfach klasse!


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