Feinde, besprochen von Sonja Körner

Can arbeitet bei der Kripo in Köln und gemeinsam mit seiner Kollegin Simone wird er zum Fundort zweier Leichen an einem Wertstoffhof gerufen. Die beiden jungen Männer gehörten zu einer Gruppe von Roma, die dort Schrott sammelten, aber niemand will sie gekannt haben. Doch die beiden lassen nicht locker und langsam wird Can klar, dass der ungeklärte Mord an seiner Ex-Freundin mit diesem Fall zusammenhängen muss. Und auch seine Mitbewohnerin Isa verhält sich seltsam. Can gerät immer tiefer in einen Strudel der Gewalt.
 
Im Laufe ihrer Nachforschungen stoßen Can und Simone auf Menschenhandel, Ausbeutung auf Großbaustellen und ungeheure Korruption und man merkt diesem Buch an, dass die Autorin jahrelang akribisch recherchiert hat. Die Situation von Roma in Bulgarien und Rumanien und die Ausweglosigkeit sogenannter Wirtschaftsflüchtlinge wird ungeschönt beschrieben und auf manchen Seiten konnte ich nur fassungslos den Kopf schütteln. Teilweise liest sich dieses Buch eher wie ein Sachbuch als wie ein Krimi, aber wenn der Inhalt auch nur ansatzweise der Realität entspricht, dann ist das gruseliger als jede erdachte Geschichte.
 
Gut geschrieben, allerdings nichts für Fans politisch korrekter Formulierungen, interessante Charaktere und ein spannender Plot. Nach diesem Debüt freue ich mich auf weitere Bücher der Autorin.

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