Grenzgänger - besprochen von Birgit Närger
Deutsch-belgische Grenze kurz nach dem 2. Weltkrieg. Hier lebt die 17 jährige Henni mit ihren Eltern und ihren drei Geschwistern in bitterer Armut. Als die Mutter plötzlich stirbt, verfällt der Vater dem Gebet und der Kirche. Anstatt zu arbeiten und die Familie zu ernähren, betet er mehrmals täglich und engagiert sich ehrenamtlich in der Kirche.
Henni sieht sich gezwungen, etwas für die Familie dazuzuverdienen. Und sie tut etwas, was zu dieser Zeit viele Mensch, auch Kinder tun. Sie schmuggelt. Henni schmuggelt Kaffee über die Belgische Grenze. Bis eines Tages das Unfassbare geschieht, die Gruppe wird von Zöllnern entdeckt und Hennis Schwester erschossen.
Endlich kann der „fromme“ Pfarrer das erreichen, was er schon lange anstrebt. Er überredet Hennis Vater, Henni in eine Besserungsanstalt abzuschieben. Die kleineren Geschwister kommen in ein kirchliches Heim.
In diesem Buch werden die Zustände in den Kinderheimen der BRD in den 50er und 60 er Jahren aufgezeigt. Ein wichtiges politisches Thema. Die Kinder waren Willkür und brutaler Gewalt ausgesetzt.
Borrmann hat wieder ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, das wir nicht vergessen sollten, verpackt in eine berührende Familiengeschichte.
Diese Geschichte geht wirklich unter die Haut.



