„Happy-Go-Lucky“, besprochen von Sonja Körner

David Sedaris ist mit Abstand einer meiner Lieblingsautoren und als ich vor ein paar Jahren vor ihm stand, um mir nach einer Lesung ein Buch von ihm signieren zu lassen, kann man meine Nervosität wahrscheinlich nur mit der meiner Tochter vergleichen, wenn sie plötzlich Harry Styles begegnen würde.

Leider klappt es aber irgendwie nicht, seine Texte so ins Deutsche zu übertragen, dass sie genauso klingen und wirken wie im Original, besonders seit Harry Rowohlt gestorben ist, der seine älteren Bücher übersetzt hat.

David Sedaris ist Jahrgang 1956, er lebt abwechselnd in Sussex, New York und North Carolina, teils auch in Paris und der Normandie und er schreibt fast ausschließlich über sich, seinen anscheinend sehr geduldigen Partner Hugh und seine Familie (er hatte fünf Geschwister und sein Vater starb vor kurzem mit 98 Jahren). In seinen Essays, so lustig sie auch meistens sind, begegnet man Themen, die auf den ersten Blick rein gar nichts mit Humor zu tun haben: Tod, Inkontinenz, das Altersmilde-Werden des früher dominanten und übergriffigen Vaters. Sedaris kann auch sehr böse sein, hin und wieder genießt er es anscheinend, wenn sich sein Publikum etwas unwohl fühlt beim Lesen seiner Texte. Er ist älter geworden, die letzten Jahre sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen und uns geht es genauso. Happy-go-lucky bedeutet so viel wie unbeschwert oder leichtfüßig. Das sind seine Texte nicht, aber allerbeste Unterhaltung.


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