„Kochen am offenen Herzen“, besprochen von Sonja Körner

Max Strohe ist Sternekoch in Berlin und vor zwei Jahren wurde ihm wegen seiner Aktion „Kochen für Helden“ während des Lockdowns das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er führt das Restaurant Tulus Lotrek in Kreuzberg, auf dessen Karte momentan „juvenilferkel & boudin senfsauce & sauerkrautrahm“ oder „velouté von der artischocke zitronenschale & absinth brioche mit lavendelsirup gebacken gesalzene butter“ stehen, jeweils als Teil eines Menüs für 195 Euro (gefiltertes Wasser inbegriffen).

Bis es aber so weit war, dass er dort jetzt mit Nirvana T-Shirt statt Kochkittel in der Küche steht, war es ein langer Weg. An der Schule gescheitert beschließt Max Strohe, es mit einer Ausbildung zum Koch zu versuchen. Auch weil sein Vater, den er erst spät kennenlernt, ihn in gehobene Restaurants schleppt und ihm zeigt, wie lecker Austern und gratinierter Hummer schmecken. Seine erste Stelle bricht er aber ab, beziehungsweise lässt sich feuern. Die Kündigungsgründe sind Zuspätkommen, ungepflegtes Äußeres und Leistungsverweigerung. Seine Zeit verbringt er damals hauptsächlich mit Drogen, in Clubs und im Bett. Sex and drugs and techno. Doch irgendwann merkt er, dass er in seinem Job richtig gut sein kann und er findet das richtige Umfeld für sich. Und dann kann er auch noch ein richtig gutes Buch schreiben!

Ein Buch für junge Menschen, die noch etwas auf der Suche sind und vor allem auch für Eltern, bei deren Kindern es gerade nicht so läuft. Das wird wieder. Irgendwann.


Bibliographie
Tipp
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Kochen am offenen Herzen
Max Strohe
Kochen am offenen Herzen
Lehr- und Wanderjahre
EAN: 978-3-608-50173-5
'In seinem Buch erfindet Max Strohe die kulinarische Popliteratur.' Denis ScheckMax Strohe ist Schulabbrecher und Kochlehrling aus Sinzig am Rhein. Er hat die zweifelhafte Gabe, alles vor die Wand zu fahren. Zuallererst das eigene Leben. Er kocht mit offenem Herzen, aber lebt von der Hand in den Mund. Erst mit fünfzehn begegnet er seinem Vater, ein Lebemann und unter Antiquitätenhändlern eine Koryphäe. An seiner Seite lernt er eine Welt kennen, in der guter Geschmack alles bedeutet. Eine Geschichte beginnt, die so unglaublich wie wahr ist.Vom Schulabbrecher aus der Provinz zum Sternekoch mit Bundesverdienstkreuz - die Geschichte von Max Strohe ist einzigartig. Und die Art, wie er davon erzählt, ist es auch. Niemand hätte geglaubt, dass aus ihm noch etwas wird, als Max mit fünfzehn die Schule abbricht und sich mit Drogen und Frauen die Zeit vertreibt. Eine Lehre zum Koch in der Wendelinusstube in Sinzig-Koisdorf ist seine letzte Chance. Doch Max wird gefeuert, landet auf der Straße. Er muss Armut, Obdachlosigkeit, Versagen kennenlernen. Aber auch unverhoffte Freundschaft und den Blick für das Licht am Ende des Tunnels. Angst scheint er nicht zu kennen. Und Besitz bedeutet ihm nichts. Ganz anders sein Vater, Connaisseur einer Welt aus edlen Antiquitäten, mondänen Restaurants und halsabschneiderischer Großspurigkeit. Vater und Sohn könnten kaum verschiedener sein, und doch eint sie ihr Gespür für die schönen Dinge des Lebens.'Es ist eigentlich eine Frechheit, dass jemand, der so kochen kann, dann auch noch so schreibt.' Sophie Passmann'Eine Achterbahnfahrt vom jugendlichen Drogenrausch im Rheinländischen zu einem der außergewöhnlichsten Köche Deutschlands.' Tim Raue'Ich kann nicht kochen. Aber ich weiß, dass dieser Mann schreiben kann. Meinen Respekt.' Moritz von Uslar

Bei Bestellung bis 17 Uhr während der Ladenöffnungszeiten ist der Titel am nächsten Tag abholbereit.

22,00 €
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