"Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche", besprochen von Theodor Lindner

Der Titel des Buches provoziert, aber machen Sie sich keine Sorgen: Seit die Autorin Reni Eddo-Lodge vor einigen Jahren einen Blogpost mit genau diesem Titel veröffentlicht hat, hat sie eigentlich nichts Anderes mehr getan, als mit Weißen über Hautfarbe zu reden.

Rassismus ist nicht, wie man fälschlicherweise meinen könnte, ein rein amerikanisches Problem, und in ihrem Buch zeigt die Autorin exemplarisch an ihrem Heimatsland Großbritannien, wie genau der alltägliche Rassismus aussieht. Denn nicht immer geht es darum, ob ein Polizist ohne jegliche Konsequenzen einen Schwarzen erschießen kann. Sondern darum, dass die Armutsquote unter Schwarzen weitaus größer ist als unter Weißen; dass man mit einem ausländisch klingenden Namen geringere Chancen hat, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, selbst wenn die Qualifikationen stimmen; und dass man meist, wenn man nicht weiß ist, bereits in der Schule schlechter bewertet wird, wodurch eine gleichgestellte Bildung schier unmöglich wird.

Mit einer Mischung aus eigenen Erfahrungen und harten Fakten liefert Eddo-Lodge ein Bild Großbritanniens, welches man gerne übersieht, ist das Land doch schließlich so multikulturell. Doch es sind die kleinen Dinge, die sich aufhäufen und damit für ein Ungleichgewicht sorgen, das noch immer besteht.

"Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe rede" ist eine absolute Pflichtlektüre für alle, die sich über Rassismus in Europa informieren möchten - und auch für die, die meinen, schon alles zu wissen.


Bibliographie
Tipp
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Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche
Reni Eddo-Lodge
Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche
EAN: 978-3-608-50458-3
'Dieses Buch verlangte danach, geschrieben zu werden. Es ist die Art von Buch, die eine Zukunft einfordert, in der wir solche Bücher nicht mehr brauchen. Essenziell.' Marlon James, Gewinner des Man Booker Prize 2015 Viel zu lange wurde Rassismus als reines Problem rechter Extremisten definiert. Doch die subtileren, nicht weniger gefährlichen Vorurteile finden sich dort, wo man am wenigsten mit ihnen rechnen würde - im Herzen der achtbaren Gesellschaft. 'Reni EddoLodges Buch ist ein Geschenk, weil es klar und deutlich beschreibt, was struktureller Rassismus ist und warum WeißSein in unseren Gesellschaften ein Privileg ist.' Laura Freisberg, BR-Kulturwelt, 31.01.2019 Was bedeutet es, in einer Welt, in der Weißsein als die selbstverständliche Norm gilt, nicht weiß zu sein? Reni Eddo-Lodge spürt den historischen Wurzeln der Vorurteile nach, und zeigt unmissverständlich, dass die Ungleichbehandlung Weißer und Nicht-Weißer unseren Systemen seit Generationen eingeschrieben ist. Ob in Politik oder Popkultur - nicht nur in der europaweiten Angst vor Immigration, sondern auch in aufwogenden Protestwellen gegen eine schwarze Hermine oder einen dunkelhäutigen Stormtrooper wird klar: Diskriminierende Tendenzen werden nicht nur von offenen Rassisten, sondern auch von vermeintlich toleranten Menschen praktiziert. Um die Ungerechtigkeiten des strukturellen Rassismus herauszustellen und zu bekämpfen, müssen darum People of Color und Weiße gleichermaßen aktiv werden - 'Es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt nur uns.' Stimmen zum Buch  'Dieses Buch als weißer Mensch ohne Migrationshintergrund zu lesen ist wirklich kein Spaß, und trotzdem sollte man es unbedingt lesen, weil es den Blick auf die Gesellschaft, in der man lebt, irritiert. Außerdem irritiert es den Blick, den man auf sich selbst hat.' Antonia Baum, Die Zeit

Bei Bestellung bis 17 Uhr während der Ladenöffnungszeiten ist der Titel am nächsten Tag abholbereit.

12,00 €
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