Ein halber Sommer, besprochen von Birgit Närger
Berlin, Mai 1961. Die Grenze ist nur eine weiße Trennlinie auf den Straßen. Noch! Die Passkontrollen vom West Teil in den Ost Teil der Stadt sind lästig, aber halten weder Marie noch Lennie davon ab, die Grenze zu überqueren. Denn sie haben einander gefunden und damit eine Liebe, die sie beide für unmöglich gehalten hatten. Nichts kann sie trennen. Glauben sie.
Doch im August reißt der Mauerbau die Stadt entzwei und die beiden Mädchen auseinander. Marie steht vor der unmöglichen Entscheidung: Beim Vater und dem jüngeren Bruder bleiben und alle Träume mit Lennie aufgeben? Oder die Flucht nach Westberlin riskieren?
Von Anfang an war ich gefesselt von den 2 Mädchen, die sich verlieben.
Marie wohnt mit dem Vater und ihrem jüngeren Bruder im Osten Berlins. Marie möchte unbedingt Abi machen, der Vater hält das für unnötig.
Lennie lebt mit ihrer Mama im Westen der Stadt, geht noch zur Schule und hilft viel im Frisörsalon der Mutter, wo sie auch mal einsteigen soll, was ihr nicht gefällt.
Lennies Mutter bekommt raus, dass die Mädchen ein Paar sind und ist zunächst schwer geschockt. (Zu dieser Zeit, Anfang der 60er Jahre, war gleichgeschlechtliche Liebe noch schwer verpönt.) Im Laufe der Geschichte ändert sich das, da ihr das Glück der Tochter wichtiger ist.
Es ist absolut spanend und fesselnd zu lesen, wie die beiden Mädchen nicht aufgeben und immer wieder versuchen, einen Weg zueinander zu finden.
Hier werden gleich 2 große Themen in einem Buch aufgegriffen. Die Teilung Berlins und die Gründung der DDR und lesbische Liebe.
Viel auf einmal, kann man denken. Ist es auch. Aber nicht zu viel. Ein tolles Buch!



