„Keine Kleinigkeit“, besprochen von Theodor Lindner
Miranda hat es nicht leicht mit ihren Eltern, die seit mittlerweile fünfzig Jahren verheiratet sind. Die beiden sind festgefahren in ihren Mustern, die scheinbar nicht miteinander zu vereinbaren sind: Er ehemaliger Philosophie-Professor, der aus allem eine Diskussion macht und sich weigert, diese zu verlieren; sie in Nostalgie für einen Krieg, den sie nicht einmal miterlebt hat.
Miranda versucht, während ihrer Besuche zwischen den beiden zu vermitteln, stößt dabei jedoch immer wieder an ihre Grenzen. Irgendetwas muss da sein, in der Vergangenheit ihrer Eltern, irgendetwas, von dem sie nichts weiß, das das Verhalten der beiden erklären könnte. Gemeinsam mit ihrer Schwester versucht sie, dieses Familiengeheimnis zu entschlüsseln, um endlich zu begreifen, warum die beiden sind, wie sie sind.
„Keine Kleinigkeit“ erzählt von Familiengeheimnissen und Traumata, jenen Geschichten, die Eltern ihren Kindern vorenthalten und oftmals vor sich selbst zu verstecken versuchen. Unfassbar schön erzählt, mit durchaus schrulligen Charakteren, die man trotz bzw. wegen ihrer Fehler ins Herz schließt.



